Art, Vorkommen:
Fam. d. Violaceae; Gemäßigte Zonen Europas, Vorder- u. Mittelasien, Altai, Sibirien, Nordafrika, Mittel-Südamerika.
Andere Namen:
Feldstiefmütterchen, Freisamveilchen, Veilchen, Dreifaltigkeitskraut, früher: Herba Jaceae, Pansy (engl.), heartsease (engl.), love-in-idleness (engl.) (idleness = Trägheit, Nichtstun, Untätigkeit), Pensé des champs (franz.), Ackerstiefmütterchen, Jelängerjelieber, Stedmodersblomst (dän.), Freysamkraut.
Die Römer kannten die Pflanze unter dem Namen: Phlox.
Im schweizer Raum wurde die Stiefmutter durch die Schwiegermutter erzetzt, daher: Schwigerli - Schwögerli.
Orte und Wachstum:
Die Pflanze blüht von Mai bis Oktober, meist auf kalkarmen Böden, auf Äckern und Wiesen. Wächst sehr gerne auf fetten Wiesen, wird aber auch auf Dünen und in Höhen bis zu 2700 Meter angetroffen. Ein- bis zweijährige Pflanze. Viola Tricolor begleitet den Roggen; die Wurzelausscheidungen des Roggens fördern ihr Wachstum.
Bestandteile, Inhaltstoffe
Als Hauptwirkstoff wird Saponin angesehen. Darüberhinaus enthält die Pflanze noch das Flavon Rutin, Salicylsäure (-methylester), Violanthin, Carotinoide, Cumarin Scopoletin. Die Asche hat einen hohen Ca-Gehalt.
Verwendung, Wirkung
Schon Paracelsus nennt Viola T. Als Wundmittel und als Antiskrofulosum. Im Vordergrund steht die schweißtreibende, diurethische und blutreinigende (Hufeland) Wirkung.
Auch bei Fraisen (d.s. krampfartige, epilepsieartige Anfälle kleiner Kinder; daher der Name "Freysamkraut", abgeleitet aus dem altdt: "Freischamkraut".
Quelle: http://www.samuelhahnemannschule.de/biblioth/violatri.htm
Stammpflanzen: Viola tricolor L., insbesondere die Unterarten V. tricolor L. ssp. tricolor sowie V. tricolor L. ssp. subalpina GAUD., und V. arvensis MURR. (teilweise angegeben als V. tricolor ssp. arvensis (MURR.) GAUD.) [Fam. Violaceae/Veilchengewächse; Wildes Stiefmütterchen bzw. Feld-Stiefmütterchen; Synonyme: V. tricolor L. ssp. vulgaris (KOCH) OBORNY für V. tricolor L. ssp. tricolor, V. tricolor L. ssp. arvensis (MURR.) GAUD.) V. tricolor L. var. arvensis WAHLENB. für V. arvensis; dt. Synonyme (gelten für beide Arten): Ackerveilchen, Dreifaltigkeitsblume, Dreifarbiges Veilchen, Freisamkraut, Fronsamkraut, Jesusblümchen, Sinnviole, Stiefmütterchen Tag- und Nachtveigerl; ein-, zwei- bis mehrjährige (nur V. tricolor), bis 25 cm hoch werdende Kräuter mit gekerbten, eiförmig-lanzettlichen, bis 3 cm langen Blätter und auffallend großen, geteilten Nebenblättern, Blüte mit gespornter Krone, bei V. arvensis Kronblätter alle Blätter cremefarben, bei V. tricolor die drei unteren meist gelb, obere blauviolett, bei beiden Arten die drei unteren mit purpurnen bis schwärzlichen Strichen; allgemein sehr formenreich!].
Verbreitung: V. tricolor von Island und Nordnorwegen über das gesamte Europa bis zum Altai und Vorderindien, oft auf Wiesen, aber ebenso wie folgende Art auf Ackerland und Schuttplätzen, V. arvensis Mittelmeergebiet, gemäßigtes bis kühles Europa (fehlend in Island) bis Vorder- und Mittelasien sowie Vorderindien, besonders auf Getreide- und Hackfruchtäckern, Brachen, an Weg- und Ackerrändern.
Droge: Die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten oberirdischen Teile.
Herkunft: Überwiegend aus dem Anbau in mitteleuropäischen Ländern, besonders Holland, Deutschland, Frankreich.
Inhaltsstoffe: Mindestens 0,2 % Flavonoide, höchster Gehalt in den Blüten mit Rutin als Hauptkomponente, im Kraut sowohl freie Aglykone als auch Glykoside, darunter eine Reihe von Glykosylverbindungen (C-Glykoside); ca. 10 % Schleimstoffe, die sich in wasserlösliche und -unlösliche Fraktion einteilen lassen; sehr wenig (ca. 0,01 %) ätherisches Öl; ca. 0,2 % Benzoesäurederivate, darunter insbesondere Salicylsäuremethylester, Violutosid (Salicylsäuremethylesterglucaribinosid), ferner p-Hydroxybenzoesäure, Protocatechusäure, Vanillinsäure, Gentisinsäure; Phenylpropansäuren (u. a. trans- und cis-Cumarsäure, trans-Kaffeesäure); im Gegensatz zu älteren Literaturmitteilungen sicher keine Saponine sondern hämolytisch aktive Peptide.
Anwendungsgebiete: Zur äußerlichen Anwendung bei leichten, seborrhoischen Hauterkrankungen sowie Milchschorf der Kinder [Kom. E]. In der Volksheilkunde auch innerlich u. a. bei Rheuma, Gicht, Arteriosklerose und als leichtes Abführmittel bei Verstopfungen (Wirksamkeit bei diesen Indikationen nicht belegt!).
Gegenanzeigen: Keine bekannt.
Unerwünschte Wirkungen: Keine bekannt.
Literatur: Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis, Band 6, Drogen P-Z, Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg-New York 1994
Quelle: http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/6_droge/viol-t-h.htm
INHALTSSTOFFE
Flavonoide (0,41 %), bes. Quercetin- und Luteolinglykoside, Carotinoide mit Violaxanthin als Hauptkomponente, Anthocyane mit dem Pigment Violanin, Phenolcarbonsäuren, unter anderem cis- und trans-Cumarsäure, Gentisinsäure und Protocatechusäure sowie Schleimstoffe (ca. 9,5 %).
ANWENDUNG
Volkstümlich äusserlich bei leichten seborrhoischen Hauterkrankungen, bei nassen und trockenen Exanthemen sowie Milchschorf der Kinder. Innerlich früher bei Katarrhen der Atemwege, Halsentzündungen und fiebrigen Erkältungen. In ähnlicher Weise wurde früher auch die Blütendroge (Flores Violae tricoloris) angewendet.
Quelle: http://www.awl.ch/heilpflanzen/viola_tricolor/
Standort: Äcker, Dünen, Wiesen, Ödland
Kornanzahl: 1600 Korn/gr
Bemerkungen: kalkmeidende Pflanze
Inhalt: Saponine, Flavonoide, Gerbstoffe, Bitterstoffe
Quelle: http://www.samenkiste.de/dtl/dtl_d_0090.htm
Beschreibung:
Beschreibung: Das bis zu 30 cm hohe, meist mehrjährige Ackerstiefmütterchen zählt zur Familie der Veilchengewächse. Seine gelblichgrünen, vom Boden aufsteigenden Sprosse sind 10 bis 25 cm lang, meist kahl oder kurz behaart und rund oder schwach vierkantig. Am Grund der Stengel stehen die bis zu 3 cm langen und etwa 1 cm breiten Blätter in nach oben größer werdenden Abständen. Sie sind eiförmig-lanzettlich, haben eine entfernt gekerbte Blattspreite die sich zum Grund in den bis 2 cm langen Stiel verschmälert. Die am Grund des Stiels befindlichen Nebenblätter werden fast so groá wie die Laubblätter und besitzen einen gekerbten Endabschnitt. Die schwachduftenden, endständigen, mit zwei Vorblättern versehenen Blüten, werden 1,2 bis 3 cm groß. Ihr langer Blütenstiel entspringt einzeln an den Blattachseln. Die lanzettlich zugespitzten, bis 1 cm langen Kelchblätter besitzen je 2 bis 3 mm lange, elliptisch-ovale Anhängsel. Die Kronblätter sind sehr verschiedenfarbig: hellgelb, weiálich, rosa, violett. Die seitlichen, nach außen umgebogenen Kronblätter haben einen weißlich-gelben Bürstensatz. Das vordere Kronblatt besitzt einen Sporn. Die beiden unteren der fünf völlig in der Blüte eingeschlossenen Staubblätter haben ein langes Anhängsel, das am Sporn der Kronblätter Nektar abgibt. Der einfächrige Fruchtknoten ist aus drei miteinander verwachsenen Fruchtblättern und einem geknieten Griffel mit kopfiger Narbe aufgebaut. Die Frucht ist eine dreiklappige, rundliche Kapsel. mit zahlreichen 1 mm großen Samen, die jeweils einer kleinen Samenschwiele.
Blütezeit: Mai bis Oktober
Sammelgut: Kraut
Sammelzeit: Mai bis Juli
Vorkommen:
Herkunft: gemäßigtes Eurasien
Standort: Äcker, Waldränder, Hügel, Schutthalden, Wiesen, Wegränder, Felder
Wirkung:
Die Droge wirkt reizlindernd, auswurffördernd, schweiß- und harntreibend, sowie blutreinigend.
Nebenwirkung:
keine
Anwendung:
Anwendungsgebiete: Äußere Anwendung bei leichten, seborrhoischen (krankhaft gesteigert Talg absondernde) Hauterkrankungen und beim Milchschorf der Kinder.
Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: 1,5 g Droge auf 1 Tasse Wasser als Teeaufguß 3 x täglich anwenden ; Zubereitungen entsprechend.
Art der Anwendung: Zerkleinerte Droge für Aufgüsse oder Abkochungen sowie andere galnische Zubereitungen zur äußeren Anwendung.
Besondere Hinweise:
Die Tagesmenge darf nur 2 Tassen betragen, eine Überdosierung kann Schaden anrichten.
Wirkstoff/Droge:
Stiefmütterchenkraut, bestehend aus den zur Blütezeit gesammelten, getrockneten oberirdischen Teilen von Viola tricoloris LINNÉ, hauptsächlich von den Unterarten subsp. vulgaris (KOCH) OBORNY und subsp. arvensis (MURRAY) GAUDIN, sowie Zubereitungen aus Stiefmütterchenkraut in wirksamer Dosierung.
Die Droge enthält Flavonoide.
Quelle: http://www.tee.org/BHSD/stiefmue.html
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