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Erfolg gegen Atemwegerkrankung bei Degus? (Engystol)
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davX
Team


Anmeldungsdatum: 08.06.2004
Beiträge: 8571
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 12.09.2015 04:30    Titel: Re: Erfolg gegen Atemwegerkrankung bei Degus? (Engystol) Antworten mit Zitat

Zitat:

Witzigerweise ist diese Diskrepanz zwischen uns ein sehr interssanter Beitrag zum Thema "Individualität" Wink

Da bin ich auch immer wieder erstaunt, schätze ich doch deine Beobachtungen und Erfahrungen, bzw. was du da jetzt so schön als "Individualität" bezeichnest (und mit 80 Degus kann ich jetzt auch nicht mithalten... bei mir waren es eher zwischen 10-15 Stück, allerdings auch in etwas mehr als 10 Jahren).
Auf der anderen Seite schätze ich die Literaturkenntnis von Andreas und sein Wissen aus eigenen Erfahrungen/Beobachtungen und Literatur. Und finde eigentlich, dass eure Beiträge sich oft auch gut ergänzen.

Zitat:

Zusammenfassung (ich bin etwas abgedriftet) Wink : interessant wäre, herauszufinden, warum Deine Degus vom Durchschnitt abweichen/abgewichen sind. Die naheliegendste Erklärung für mich wäre, das das, was Du in frischer Form angeboten hast, schlechter als das Trockenzeug war. Das vermute ich u. a. auch auf Grund von Ergebnissen aus Studien. Diese Deinen Degus unter die Nase zu halten, würde natürlich nicht viel bringen, da gebe ich Dir Recht. Haustiere profitieren immer und grundsätzlich nur vom Wissen und Handeln des Halters. Sie sind völlig abhängig von ihrem Halter, seinem Wissen, seiner Bereitschaft zum Lernen und seinen Allergien.

So wie ich das verstanden habe waren es einzelne Tiere und jetzt nicht unbedingt die Mehrheit der Tiere (korrigiert mich, wenn ich falsch liege). Wenn die meisten Degus ihr Grünzeug frisch fressen und ein paar Spezialisten sich halt dem verweigern, sehe ich das ehrlich gesagt nicht als problematisch. Wie ich schon erwähnte, sie sollen die Gelegenheit haben, frisch zu fressen. Zwingen kann man sie letztlich nicht zu ihrem Glück und es wäre wahrscheinlich auch eine sehr knifflige Detektivaufgabe, herauszufinden, wieso ein paar einzelne Spezialisten sich dem frischen Grünzeug verweigern (dir würde ich zwar zutrauen, dass du die Sache in den meisten Fällen auf einen überschaubaren Kreis an möglichen Ursachen eingrenzen könntest mit deiner Hartnäckigkeit, wie du den Dingen auf den Grund gehst Wink ). Ich könnte mir vorstellen, dass im einen oder anderen Fall man in der Vergangenheit der Tiere vielleicht Gründe finden würde, aber vielleicht bei vielen anderen Fällen auch nicht.
Ich kann hier aber auch nur Vergleiche von Chinchillas heranziehen, bei denen es einige Fälle gab, die ich genauer mit verfolgte, bei denen eine Ernährungsumstellung nicht ganz einfach war oder die gewisse Eigenheiten beibehielten, die sie wohl aufgrund einseitiger Ernährung sich aneigneten. Gerade die extreme Pellet-Heu-Wasser Diät, die lange Zeit weite Kreise zog, führte bei den Chinchillas zu vielen Tieren mit problematischer Vergangenheit. Ein guter Teil konnte recht unkompliziert auf eine natürlichere Diät mit Frischfutter umgestellt werden, es gibt da aber auch einige Fälle, da klappte das nicht so einfach, dauerte lange oder eben führte letztlich dazu, gerade bei älteren Tieren, dass gewisse Marotten blieben und der Halter zum Beispiel dann die Pellets nicht gänzlich weg liess, weil das Tier diese unbedingt wollte und da gab es sie dann halt noch zusätzlich zum Frischfutter, Kräuter, Laub, Sämereien und Co.
Die Idee von so ein paar Sonderlingen, die halt ihre Macken haben, ist mir daher nicht fremd. Auf der anderen Seiten las ich kaum solche Geschichten im Deguforum bei entsprechenden Ernährungsdiskussionen oder auch sonst in irgend einem Zusammenhang. Mag sein, dass das Deguforum für solche Geschichten nicht die richtige Plattform bietet/bot, mag aber auch sein, dass ich das regelmässig nicht mitbekam, oder dass das eher seltener vorkommt und daher nicht erwähnt wird. Eine der wenigen Personen, die über solche speziellen Degus berichtete, war und ist halt schon Atropa. Geben wird es sie wohl aber ähnlich häufig wie bei den Chinchillas. In anderen Bereichen ausser jetzt Ernährung gab es sicher auch einige andere Fälle, da las ich öfters was, aber gezielt auf Ernährung ist das doch ein recht exotisches Thema im Deguforum, so zumindest mein Eindruck.

Zitat:

Alle Tiere haben somit das gleiche Futter bekommen und zeigten trotzdem teilweise ein Leben lang unterschiedliches Fressverhalten (vgl. der alte Bock). Wenn Du also denkst, ich bin ein Honk, nur weil Du zu wenig Hintergrundinfos über mich und meine Deguhaltung hast, geschweige denn, was ich fütterte und was ich im Laufe der Zeit durch reine Beobachtung herausgefunden habe (z.B. geht die Erkenntnis des Herbstelverhaltens der Degus auf mich zurück, das möchte ich an dieser Stelle mal ganz unbescheiden erwähnen. Genauso wie ich damals eine der ersten war, die getrocknete Rote Bete im Trockenfutter kritisierte)

Und die Erbsenflockenproblematik könnte man da auch noch aufzählen. Das Thema war ja kürzlich auch wieder aktuell und ich habe nicht zuletzt auch wegen dir mich kritisch dann mit diesen Leguminosen auseinandergesetzt, die man lange Zeit als wichtige Zutat im Deguhauptfutter akzeptierte, während andere Bestandteile wie Johannisbrot und Co. mit akribischer Sorgfalt aussortiert wurden. Das war noch zu Zeiten, da war selber mischen allenfalls ein Randthema für eine kleine Minderheit und man vertraute lieber auf die Mischkünste von den damals jungen und dynamisch-aufstrebenden Futtermittelpionieren von Jr Farm. Damals waren sie noch frisch, kreativ und relativ nahe bei den Kunden. Heute sind sie von Organisation und Sortiment ähnlich starr wie die alteingesessenen Big Player...

Zitat:

Ich versuche, diese pauschale Unterstellung jetzt mal nicht persönlich zu nehmen, da ich genug Degus hatte, die ich zumindest in den Sommermonaten jahrelang hauptsächlich mit Wiese, Kräutern und Laub gefüttert habe und daher weiß, dass nicht alle Degus gleich sind.

Mit deiner Erfahrung würde ich ehrlich gesagt so eine Kritik nicht persönlich nehmen, weil die Realität doch differenzierter ist und du bietest ja Frischfutter an, wie beschrieben, ein ausführliches, reichhaltiges Angebot, das den Degus genehm sein sollte - das ist aus meiner Sicht die Grundbedingung, die bei der Kritik eben nicht erfüllt wird. Die Kritik trifft aber sehr wohl auf einige Leute zu, die sich diese Mühen gar nicht erst machen und nach einem kurzen, oberflächlichen und halbherzigen Versuch etwas Grünfutter zu bieten, was nicht sofort gefressen wird, zu entscheiden, dass ihre Degus das nicht mögen und das Grünzeug schnellstmöglich wieder vom Speiseplan streichen. Da sehe ich qualitativ doch grosse Unterschiede. Da jetzt zu sagen, die Kritik betrifft mich nur am Rande, sprich ich kann sie durch meine Erfahrung etwas relativieren und auch Ausnahmebeispiele zeigen, wenn ich mir diese Mühe nehmen will oder einfach drüber hinwegsehen, weil ich keine Lust/Zeit/Geduld... habe, das im Detail zu kommentieren, ist da doch durchaus legitim. Wink

Ja man könnte auch so frech sein und sagen, die Kritik betrifft mich nicht, das Angebot steht, die Degus nutzen es, einige halt nicht, na und?
Und noch ein Argument, viele Deguhalter, mich eingeschlossen hatten überwiegend durchschnittliche Degus, die wohl auch deshalb sich relativ gut an frisches Grünzeug gewöhnten. Du hattest hingegen in der Vergangenheit mehrfach erzählt, dass du auch einige spezielle Tiere hättest, davon abgesehen mit etwa 80 Tieren steigt dann auch die Wahrscheinlichkeit dass man den einen oder anderen Sonderling hat. Will man solche Degus dann mit Aussagen über Durchschnittsdegus über einen Kamm scheren? Auch da denke ich, könnte man mit gutem Grund sich bei dieser Kritik nicht angesprochen fühlen, zielt sie doch auf Durchschnittsdegus ab... Wink
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1235

BeitragVerfasst am: 12.09.2015 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
In solchen Diskussionen wie dieser hier geht es also letztlich nur darum, wer die besseren Quellen recherchiert; natürlich am besten jene, die die eigene Meinung untermauern (welche durch Quellenangaben ja erst eine Daseinsberechtigung erhält - ansonsten ist das ja nur Hörensagen und Dummgelaber).

Ich habe in dieser Diskussion insgesamt 4 Quellen genutzt:
1 für die Wiedergabe der natürlichen Nahrung von wildlebenden Degus, weil die nicht unbedingt jeder kennt
3 für die Wiedergabe des Lebensalters verschieden lebende Degus: 1 aus der Wissenschaft für Labordegus, 1 aus der Heimtierhaltung und 1 aus der Wissenschaft für Wild-Degus.

Die Quellen habe ich relativ wahllos gegoogelt, ich wollte einfach nur das ungefähre Lebensalter von Degus wissen, um es mit Deinen Angaben zu vegleichen. Für "Vergleichen" kann man auch den Begriff "Messen" benutzen. Auch Erfahrungswerte kann man messen und mit einem Zielwert, einer Vorgabe oder einem anderen Erfahrungswert vergleichen. Meine Auswahl der 3 verschiedenen war allerdings insofern voller Hinterlist, dass ich einem eventuellen "Ja aber..." zuvorkommen wollte. Deswegen 3 Quellen mit 3 verschiedenen Lebens-/Haltungsformen. Sind die Angaben falsch?

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Die Welt läßt sich nicht stringent in Zahlen und Maße einteilen.

Wir diskutierten über Degus und deren Lebensalter im Zusammenhang mit Deinen Erfahrungen.

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Im letzten Abschnitt Deines Pamphlets hast Du die Eingangsfrage für mich schon ausreichend beantwortet: meine Studienallergie resultiert höchstwahrscheinlich daraus, dass sie keinen Raum für Individualität läßt, egal, um welches Lebewesen es sich handelt. Und dass es zu jedem (!) Thema Thesen und Antithesen gibt.


Andreas hat Folgendes geschrieben:
Warum sind nie alle Tiere betroffen? Jeder Organismus ist ein Individuum. Manche Tiere schaffen es irgendwie, mit dem Mangel zurechtzukommen, andere halt nicht. Manche sind konstitutionell von Geburt an schlecht aufgestellt und da geht das Immunsystem schneller in die Knie als bei anderen.


Andreas hat Folgendes geschrieben:
Obwohl Tiere Individuen sind, bekommen sie in der Haltung häufig alle das Gleiche. Ob nun ein kommerzielles Trockenfutter oder selbst gemischt, ist völlig unerheblich. Die "Beilage" besteht oft aus Heu, Gemüse und etwas frischem Grün (Gras/Kräuter). Es ist möglich, dass man mit dieser Auswahl den Geschmack und Bedarf von Tier X trifft, aber nicht von Tier Y. Tier Y muss dann sehen, wo es das herbekommt, was fehlt oder halt mit dem Mangel zurechtkommen. Kritisch wird das Erkrankungen, die nicht sofort erkannt werden. Dann ändern sich bestimmte Bedarfe oft drastisch, die Nahrung wird dem aber nicht gerecht, weil sie genauso ist wie immer.

Ein Beispiel: unsere Kater sind zwei Brüder aus dem gleichen Wurf. Wenn man das nicht weiß, würde man es nicht glauben. Der eine wiegt 8kg, der andere 6kg. Körperbau, Charakter und Fressverhalten sind komplett verschieden. Wenn ich einen von den beiden zwingen würde, nur das zu fressen, was der andere bekommt, würde er innerhalb kürzester Zeit krank werden. Die fressen auch nicht jeden Tag das gleiche und dann ändert sich das noch mal übers Jahr.


Was genau ist jetzt die Antithese?

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Ansonsten hätten wir keine Übergewichtigen, wenn beispielsweise gesunde Ernährung für jeden Körper das gleiche bedeuten würde (vorausgesetzt natürlich, alle entsprechenden Personen würden sich gleich ernähren)...

Was genau willst Du mir damit sagen? Das, was ich sinngemäß bereits mehrmals gesagt habe? Wenn das irgendein komisches Spiel sein soll: ich verstehe es nicht.

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Ich habe in den vergangenen 12 Jahren weit über 80 Degus beherbergt.

Ok. Wir hatten ca. 350 Kaninchen im gleichen Zeitraum. Was sagen diese Zahlen aus? Nichts. Null. Niente. Zero.

Kaninchenhalterinnen haben z. B. super Erfahrungen mit der Kastration von Häsinnen sammeln können. Es gibt auch supertolle, ganz klasse Erfahrungen mit der Frühkastrationen von Häsinnen. Wriklich alles ganz easy und es sind wirklich, wirklich ganz supi Erfahrungen. Die halten schon 20 Jahre lang Kaninchen und hatten in der Zeit bestimmt an die tausend Tiere. Und nur die besten Erfahrungen! Auch mit der Ernährung haben die nur die besten Erfahrungen. Und sie ist sogar artgerecht. Heu und Gemüse und bei Durchfall nur Heu. Erfahrungsgemäß das beste, was man machen kann. Mit Wissenschaft oder gar wildlebenden Tieren muss man das nicht vergleichen (messen), die Erfahrungen lehren doch, dass es gut ist.

Gott sei Dank lassen wir unsere Kinder nicht auf der Basis der Erfahrungen und Beobachtungen ihrer Lehrer lernen, sondern auf handfester, wissenschaftlicher Basis. Selbst das 1x1 ist ja eine Wissenschaft.

Mal was ganz Banales: es gibt ein Gesetz, das nennt sich Tierschutzgesetz. Ich weiß, dass dieses Gestzt sehr oft nicht einmal manchen "Tierschützer" interessiert, ich erwähne trotzdem mal einen Ausschnitt:
TierSchG hat Folgendes geschrieben:
Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,
...
3. muss über die für eine angemessene Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung des Tieres erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.


Ein sehr bekanntes Nachschlagewerk für die Deutsche Sprache bezeichnet die Grundkenntnis als elementares Wissen, das als grundlegende Voraussetzung für die weiteren Kenntnisse auf einem bestimmten Gebiet dient. Da geht es um Kenntnisse und nicht um Erfahrungen. Jemand, der meint, dass seine Erfahrungen das Maß aller Dinge seien, wird als "Empiriker" bezeichnet: Ein anderes, sehr bekanntes Nachschlagewerk definiert den Empiriker als jemand, der aufgrund von Erfahrung denkt und handelt bzw. jemand, der die Empirie als einzige Erkenntnisquelle gelten lässt.

"Wissen ist Macht": Francis Bacon (1561-1626) wurde mit diesem Grundsatz zum Wegbereiter der Naturwissenschaften, 450 Jahre später diskutiert man in Degupedia den Wert wissenschaftlicher Kenntnisse. Das nenne ich doch mal einen Riesenschritt.

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Ich bin damals unter anderem alle zwei Tage raus auf die Wiese und habe eine große IKEA Tasche voll gesammelt (da konnte ich mir von Dir neulich anhören, das wäre mit ad lib gleichzusetzen. No comment! Mad ).


Andreas hat Folgendes geschrieben:
atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:

Mehr als meinen Tieren tonnenweise frisches Gras, Kräuter, Äste, Laub und Blüten zur Selektion zur Verfügung zu stellen, kann ich nicht - und mehr machst Du mit Deinen Kaninchen auch nicht.

Andreas hat Folgendes geschrieben:
Doch, ich achte noch auf das, was in den Tonnen drin ist. "Ad libitum" ist kein Qualitätsmerkmal.

Du hast Recht: ich hatte angenommen, dass "tonnenweise" Deine Umschreibung für "ad libitum" ist. Ich bin manchmal sowas von ein Dusseltier Mad Zu meiner Rechtfertigung kann auch jetzt leider nur sagen, dass das so vage ist, dass ich Vollpfosten Deine Dosierung immer noch nicht verstanden habe. Ich weiß noch nicht einmal, was in eine IKEA-Tüte reinpasst, weil ich dort kein Kunde bin. Bei aller Studiererei kommen mir die simpelsten Dinge des Lebens abhanden... Mad

Wenn ich jetzt aber Deine neue Beschreibung des "tonnenweise" lese, gibt es dann doch noch einen weiteren Unterschied zwischen uns beiden. Nicht nur, was die Qualität angeht, sondern auch die Quantität betreffend.

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Ich habe an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass ich Studien nicht prinzipiell ablehne.

Wo?

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
z.B. geht die Erkenntnis des Herbstelverhaltens der Degus auf mich zurück, das möchte ich an dieser Stelle mal ganz unbescheiden erwähnen

Wenn sich das auf Verhaltensweisen in Zusammenhang mit infradianer Rhythmik bezieht, wäre ich mit Medaillen vorsichtig. Da gibt es schon seit langem einen Haufen Erfahrungsberichte in Buchform im Bereich der Verhaltensbiologie. Annuale Rhythmik ist bei Säugetieren z. B. angeboren und und nicht erlernt.

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Genauso wie ich damals eine der ersten war, die getrocknete Rote Bete im Trockenfutter kritisierte

Was genau hat getrocknete Rote Beete in einem Futter für Degus zu suchen und was genau ist jetzt Dein Verdienst? Die Kritik daran? Respekt!
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atropa belladonna
Freak


Anmeldungsdatum: 02.12.2008
Beiträge: 1251

BeitragVerfasst am: 15.09.2015 15:55    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas hat Folgendes geschrieben:

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:

Ich habe an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass ich Studien nicht prinzipiell ablehne.


Wo?


In diesem Forum, lieber Andreas. Razz Und ich dachte doch tatsächlich, meine Einstellung zur Wissenschaft und der Welt ansich wäre Dir in all den Jahren unserer wechselseitigen freundlichen Zugewandtheit wenigstens rudimentär verinnerlicht. Schade, aber nun denn.. Vielleicht sprengt es aber auch nur Deine Schwarz-Weiß-Matrix, dass eine Person nicht nur "entweder-oder" sein kann, sondern tatsächlich mehreren Aspekten eine Daseinsberechtigung einräumt (ich muß hier leider ganz infantil ergänzen "im Gegensatz zu Dir").

Deshalb noch mal ganz allgemein eine kurze Auffrischung fürs Gedächtnis:

Ich bin nicht die, die gegen die Schulmedizin wettert und glaubt, dass Gesundbeten das Nonplusultra ist. Ich breche eine Lanze für Homöopathie, weiß aber, wo ihre Grenzen sind. Wenn ich mit meinem Griechisch und Latein am Ende bin, gehe ich tatsächlich zur Tierärztin (ist sogar eine Frau Doktor!), die ich sehr schätze (mittlerweile seit 10 Jahren. Und die redet mir garantiert nicht immer nach dem Mund, genausowenig wie ich ihr. Trotzdem verstehen wir uns und haben gemeinsam sehr gute Heilungserfolge).

Ich bin für naturnahe Tiernernährung, weigere mich aber, das allzu wissenschaftlich verkopft zu sehen und schon in meinem THP Studium hatte ich eine Aversion gegen allzu stringente Futtermitteltabellen (z.B . beim Barfen). Ja, vermutlich wäre ich eine sehr schlechte Apothekerin *g Und nochmal ja, es tut mir zudem noch nichtmal furchtbar leid, dass ich das so sehe, denn ich fahre gut damit. Ob ich alles 100% richtig mache, das weiß ich nicht und ich muß ganz ehrlich sagen, dass ich darauf auch gar nicht mehr den Anspruch erhebe - und meine Tiere auch nicht. Ich sehe durch meine sukzessive veränderte Tierhaltung nur folgendes: meine Tiere bleiben länger fit, sie werden älter, sind gesünder. Durchfall war z.B. in den Anfängen lange ein Thema. Seit mindestens 8 Jahren gar nicht mehr. Mir reicht das als Erfolg. Und wenn ich dann doch ein schlechter und dummer Mensch - zumindest in Deinen Augen - sein sollte: ok. Damit kann ich ganz gut leben Wink Genauso, wie ich damit leben kann, dass jemand anderes die Welt in Nullen und Einsen einteilt und damit glücklich ist. Womit ich jedoch NICHT leben kann ist, wenn andere versuchen, mich zu missionieren. Darauf reagiere ich anaphylaktisch.

Da man andere Menschen aber nicht ändern kann, sondern nur sich selbst, habe ich mir daher noch einmal auferlegt, bei entsprechenden Diskussionen (sprich: fröhliche Studien- und Quellenschlacht) künftig wirklich auf meinen Fingern sitzen zu bleiben.
_________________
"Manche führen,
manche folgen
"

(Rammstein)
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Andreas
Kaninchen würden Wiese kaufen


Anmeldungsdatum: 27.02.2009
Beiträge: 1235

BeitragVerfasst am: 16.09.2015 21:59    Titel: Antworten mit Zitat

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Andreas hat Folgendes geschrieben:

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:

Ich habe an anderer Stelle schon mal erwähnt, dass ich Studien nicht prinzipiell ablehne.


Wo?


In diesem Forum, lieber Andreas. Razz

Ja, in bewährter Manier schön vage...

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht sprengt es aber auch nur Deine Schwarz-Weiß-Matrix, dass eine Person nicht nur "entweder-oder" sein kann, sondern tatsächlich mehreren Aspekten eine Daseinsberechtigung einräumt (ich muß hier leider ganz infantil ergänzen "im Gegensatz zu Dir").

Deinen Beiträgen in diesem, ganz speziellen Thread entnehme ich, dass Deine Optimierung der Tierhaltung nach dem "Trial & Error"-Prinzip funktioniert (Erfahrung). Eine Person in einem Forum kann ich nur und ausschließlich an den Beiträgen beurteilen, die von ihr geschrieben werden. Sind das immer schwammige, nebulöse Angaben garniert mit irgendwelchen Nickligkeiten, gibt es eine entsprechende Antwort von mir. Auf Darstellungen zum Lebensalter eines Säugetiers reagiere ich mit Fakten.


atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Ich bin für naturnahe Tiernernährung, weigere mich aber, das allzu wissenschaftlich verkopft zu sehen und schon in meinem THP Studium hatte ich eine Aversion gegen allzu stringente Futtermitteltabellen (z.B . beim Barfen).

Die Aversion habe ich in Bezug auf Werte der Weende Futtermittelanalyse auch. Ich benutze sie trotzdem, um zu zeigen, warum sie nicht besonders nützlich sind.

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Ich sehe durch meine sukzessive veränderte Tierhaltung nur folgendes: meine Tiere bleiben länger fit, sie werden älter, sind gesünder. Durchfall war z.B. in den Anfängen lange ein Thema. Seit mindestens 8 Jahren gar nicht mehr. Mir reicht das als Erfolg.

Trial & Error. Wir haben uns vor der Entscheidung, Kaninchen zu halten, völlig verkopft informiert. Hat unseren Tieren das Leid erspart, was andere erdulden müssen.

atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Da man andere Menschen aber nicht ändern kann, sondern nur sich selbst, habe ich mir daher noch einmal auferlegt, bei entsprechenden Diskussionen (sprich: fröhliche Studien- und Quellenschlacht) künftig wirklich auf meinen Fingern sitzen zu bleiben.

Der totale Blitzkrieg. Die Schlacht um Angaben des Lebensalters von Degus in deutschen Wohnzimmern. Aber bevor noch Nervengas eingesetzt wird, gebe ich Entwarnung für Deine Finger. Ich kann eine Diskussion zu bestimmten Fakten gar nicht ohne Fakten führen. Und sei es nur, das ich sie indirekt benutze. Wenn es da Blockaden gibt und jedesmal so eine Sinnlosdiskussion wie diese entsteht, trete ich liebe den geordneten Rückzug in meinen Schützengraben an. Stell Dir mal vor, jemand hat eine Frage zu Wildkaninchen und ich überfalle den blitzkriegartig mit meinen Beobachtungen und ergänzenden Literaturinformationen (gab es schon!!!) - der wird ja derartig missioniert, dass der völlig traumatisiert dieses Forum verlässt.

Somit hüpfe ich in Deine Schublade und widme mich lieber dem, was Deinem Feindbild entspricht: ich arbeite an einem Werk der vollständigen Indoktrination deutscher Kaninchenhalter mit allem, was der Studienmarkt hergibt. Fakten, Fakten, Fakten...

herzliche Grüße,
Andreas
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Miriam
Freak


Anmeldungsdatum: 06.09.2010
Beiträge: 370
Wohnort: Offenbach

BeitragVerfasst am: 25.09.2015 03:05    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas hat Folgendes geschrieben:
atropa belladonna hat Folgendes geschrieben:
Ich hatte mir schon überlegt, ihnen mal ein paar Studien unter die Nase zu halten, damit sie endlich lernen, sich wie normale Degus zu verhalten. Und die haben gefälligst gesellig zu sein und Gras zu fressen!


Ich weiß nicht, wo genau Deine Studien-Allergie herkommt, aber ich finde sie leicht übertrieben. Man gewinnt gelegentlich den Eindruck, Du ärgerst Dich über Fakten, die Dein Wissen und Deine Erfahrungen nicht bestätigen. Bei Miriam geht es mir ähnlich: sie scheint nur an Fakten interessiert, die ihren Vorstellungen entsprechen und lehnt alles andere ab. Ihr dürft aber nicht vergessen, dass das meiste Wissen heute schlicht auf Untersuchungen bzw. Studien beruht. Das heißt, wenn ich Studien ablehne, lehne ich Aneignung von Wissen ab. Damit meine ich auch Wissen, welches einem selbst nicht in den Kram passt.



Oh, ich sehe gerade, dass ich hier erwähnt wurde Very Happy

Also, Andreas, da liegst Du total falsch. Ich habe keine Allergie gegen Studien, ich finde Studien interessant, aber genauso interessant finde ich Gegenstudien. Ich informiere mich immer in alle Richtungen und ziehe dann aus allen mir bekannten Informationen meine Schlüsse. Sag bloß, dass Du das nicht tust? Mir kam es eher so vor, dass Du immer die für Dich schönste Studie, die Dir am Besten gefällt, heraussuchst und es dann als reine Wahrheit anpreist.

Ich finde aber noch Einiges Andere wichtig, als nur Studien und Gegenstudien zu kennen. Für mich kommt es nämlich sehr darauf an, von wem stammen die Studien, wer hat bei der Finanzierung mitgewirkt, welche Anstrengung war von welcher Seite notwendig, um diese Studie auf die Beine zu stellen (ergibt sich oft, wenn man die Unterstützer findet) wer war Auftraggeber, aus welchem Interesse wurde die Studie in Auftrag gegeben, etc.... Dazu informiere ich mich auch über die Namen, die hinter den Studien stecken und lese notfalls und falls möglich auch die ganze Biografie dieser Auftraggeber/Geldgeber. Wenn ich über eine Studie gar keine Hintergründe herausbekommen kann, werde ich skeptisch und die Studie existiert für mich nicht, selbst wenn mir der Inhalt gefallen hätte, dann suche ich weiter.

Das sollte eigentlich jeder tun, wenn man sich für Studien interessiert, Du weißt ja: Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast.

Man sollte auch nicht vergessen, dass Studien meistens einem Zeitwert unterliegen. Sie gelten sowieso nur so lange, bis jemand das Gegenteil bewiesen hat, bzw. weiterführende Infos herausgefunden hat, bzw. sich neue gesellschaftliche Interessen herauskristallisieren und evtl. einen Marktwert erhalten (sollen).

Wenn man sich so manche Hintergründe von Studien und wie sie entstanden sind, näher ansieht, stellt man nicht selten fest, dass es oft um viel Geld und Machterhalt geht. Dazu muss man aber auch z.B. politische, wirtschaftliche und evtl. auch gesellschaftliche Zusammenhänge mit einfließen lassen.
Ist vielleicht nicht unbedingt beim Thema Deguverhalten so, vielleicht hat da jemand einfach eine Gruppe Degus beobachtet, die zufällig aus der Norm fielen und hielt sie für die Norm. Alles ist möglich Wink

Ich kenne mich mit Degus nicht so gut aus, würde ich aber anfangen, mich zu informieren, würde ich wohl die Studien (mit den Hintergrundinfos dazu) genauso interessiert lesen, wie atropas Erfahrungen. Erst wenn ich mir dann selbst ein Bild machen konnte, ziehe ich meinen Schluss aus allen mir bekannten Infos und Hintergrundinfos. Heißt für mich: Studien können durchaus einen Blick in die Theorie geben, die Wahrheit liegt meistens aber in der Mitte zwischen Theorie und Praxis.
_________________
Liebe Grüße
Miriam
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